Phytotherapie

Unter Phytotherapie verstehen wir die Behandlung und Vorbeugung von Krankheiten und Befindlichkeitsstörungen durch Pflanzen, Pflanzenteile und deren Zubereitungen.

Pflanzliche Produkte standen - historisch gesehen - am Anfang der Arzneimittelgewinnung und der Krankheitsbehandlung.

Im Gegensatz zu den Drogenpräparaten der früheren Kräutermedizin sind die heutigen Phytopharmaka ( Fertigarzneimittel mit arzneilich wirksamen Bestandteilen ausschließlich aus Zubereitungen pflanzlicher Drogen ) in ihrer chemischen Zusammensetzung weitgehend definiert und auf Mindestgehalte an Wirkstoffen standardisiert.
 
Rationale Phytopharmaka unterliegen  den Vorschriften des Arzneimittelgesetzes hinsichtlich Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit. Daneben gibt es auch die sogenannten alternativen Phytopharmaka, z.B. aus der anthroposophischen Medizin.
 
Anwendungsgebiete
Schwerpunktmäßig werden Phytotherapeutika bei hirnorganisch bedingten Leistungsstörungen, bei Erkrankungen der Atemwege, des Herzens, beim psychovegetativem Syndrom, bei Erkrankungen des Bewegungsapparates, der Verdauungsorgane und des Urogenitaltraktes eingesezt.
 
Qualität der Heilkräuter
In der Pflanzenheilkunde werden neben den Fertigarzneimitteln am häufigsten Tees angewandt. Tees werden aus getrockneten Drogen hergestellt. Hier ist die richtige Ernte, Lagerung und Zubereitung von entscheidender Bedeutung; an dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass Heilkräuter aus der Apotheke den Mindestanforderngen nach dem Arzneimittelbuch entsprechen müssen und streng überprüft werden. Nur so können Sie sicher sein, unbedenkliche Ware zu erhalten und keine versehentlichen Beimischungen von giftigen Pflanzen in Ihrer Teemischung finden.
 
Kräutertees sind Pflanzenauszüge mit Wasser, die manchmal unterschiedliche Zubereitungsarten erfordern.


   • Aufguss ( Infus ) Übergießen mit heißem Wasser
   • Abkochung ( Dekokt ) Aufkochen und ziehenlassen, bei harten Pflanzenteilen und schwerlöslichen Inhaltsstoffen
   • Kaltansatz ( Mazerat ) Mehrstündiges Stehenlassen in kaltem Wasser bei Raumtemperatur, z.B. bei Drogen bei denen
     durch heißes Wasser unerwünschte Inhaltsstoffe in den Tee übergehen.



Bei welcher Pflanze Sie welche Zubereitungsart wählen sollten, darüber beraten wir Sie gerne.
 
Risiken und Gefahren
Auch bei diesem Naturheilverfahren gibt es Grenzen der Selbstbehandlung: bessern sich oder verschwinden Beschwerden nicht längstens nach drei Tagen, sollte auf jeden Fall ärztlicher Rat eingeholt werden.

Auch Schwangere und organisch Kranke sollten sich auf keinen Fall selbst mit Phytotherapie behandeln, sondern sich vorher fachlich beraten lassen.

Selbst zusammengestellte Kräutermischungen, das Konsummieren von Kräutertees über mehrere Wochen und in großen Mengen, auch die lange Einnahme von pflanzlichen Fertigarzneimitteln können Nebenwirkungen hervorrufen.
 
Alle Dinge sind Gift und nichts ist ohne Gift. Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist.
(Paracelsus)